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Presseinformation der "Initiative für ein Sozialforum in Deutschland (SFiD)"

Einladung zur Teilnahme am 1. Sozialforum in Deutschland vom 21. bis 24. Juli in Erfurt

Für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Natur

In Deutschland werden unter dem Begriff “Reformen” Maßnahmen durchgesetzt,
die zu Lasten der Bevölkerung gehen. Obwohl angeblich neue Spielräume für
wirtschaftliche Entwicklung geschaffen werden sollen,  führt diese Politik
zu steigender Erwerbslosigkeit, Verarmung und dem finanziellen Kollaps der
Kommunen, der Länder und des Bundes.

Dabei handelt es sich um einen weltweiten Prozess. Die neoliberale
Globalisierung führt heute auch in den reichen Ländern zu Entwicklungen,
unter denen die Menschen in der südlichen Erdhälfte schon seit Jahren –
allerdings weitaus schlimmer – zu leiden haben. Dort wie hier zerstört sie
die natürlichen Lebensgrundlagen dieser und kommender Generationen. Zudem
wird die Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen mit kriegerischen Mitteln
zunehmend wieder akzeptiert. Während für das Kapital alle regulierenden
Schranken fallen, werden, wie bei der “Festung Europa”, die Mauern gegen den
Zustrom von MigrantInnen und Flüchtlingen hochgezogen. Die sozialen
Grundbedürfnisse werden durch Privatisierung öffentlicher Güter sowie der
Daseinsvorsorge ausgehebelt. Im Namen der globalen Wettbewerbsfähigkeit
werden Tausende Arbeitsplätze vernichtet. Soziale und demokratische Rechte
werden abgebaut.

Gegen diese gesellschaftlichen Entwicklungen wird die Unzufriedenheit immer
größer. Sie provoziert die Frage, welche Veränderungen notwendig sind, um
die sozialen Grundbedürfnisse und natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen
zu sichern, Frauen und Männern eine existenzsichernde und gesellschaftlich
sinnvolle Beschäftigung zu bieten, ihre Würde zu wahren und ihre
demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten zu erweitern.
Immer weniger Menschen fühlen sich in ihren Anliegen vertreten. Wir müssen
uns selber auf den Weg machen. Wir brauchen dafür ein
zivilgesellschaftliches Forum, um uns über verschiedene soziale Milieus
hinweg auszutauschen. Dort wollen wir Formen des Widerstands entwickeln und
Widersprüche im Streben nach gemeinsamen Handlungsmöglichkeiten und der
Entwicklung von Alternativen überwinden. Dazu bedarf es eines
gesellschaftlichen Dialogs in einem offenen Raum jenseits von Parteien und
weltanschaulichen Abgrenzungen.

Dieser Dialog ist Teil eines weltweit wachsenden Prozesses. Im
südbrasilianischen Porto Alegre fanden sich im Jahr 2001 erstmals Menschen
aus aller Welt unter der Losung “Eine andere Welt ist möglich”. Parallel zu
ähnlichen kontinentalen Foren in Afrika und Asien traten 2002 in Florenz das
Erste, 2003 in Paris das Zweite Europäische Sozialforum zusammen. In
Deutschland gibt es Sozialforen in vielen Städten und Regionen.

Wir laden alle ein, die sich auf die Suche nach einer gerechten, friedlichen
und ökologischen Gesellschaft machen wollen, sich am Ersten Sozialforum in
Deutschland vom 21. bis 24. Juli 2005 in Erfurt mit ihren eigenen
Vorschlägen und Vorstellungen zu beteiligen. Über 300 Organisationen aus dem
gesamten Bundesgebiet tun dies bereits und werden dieses Ereignis in der
Tradition des Weltsozialforums der brasilianischen Stadt Porto Alegre
gestalten.

Für interessierte VertreterInnen der Presse findet am Mittwoch, den 20. Juli
2004, um 11 Uhr in der Warsbergstraße 1 (DGB-Haus), Raum 212 eine
Pressekonferenz statt.

Nähere Informationen erhalten Sie unter http://www.sozialforum2005.de/. Das
Programmheft des Sozialforums steht für Sie unter
http://www.sozialforum2005.de/fix/Programmheft-Sozialforum2005-Erfurt.pdf
(730 KB) zum Download bereit.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen das Organisationsteam des Sozialforums in
Deutschland jederzeit unter 0361-5961462 auch telefonisch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Steffen Kachel, 0172-7935798

 

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