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dpa, 10.01.05

5000 Menschen zum ersten Sozialforum in Deutschland erwartet

Erfurt (dpa) - Rund 5000 Menschen werden nach Angaben der Initiatoren zum ersten Sozialforum in Deutschland im Juli in Erfurt erwartet. Das offene Forum der sozialen Bewegungen wolle für eine alternative Politik eintreten, sagte Hugo Braun vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac am Montag in der Thüringer Landeshauptstadt nach einem Vorbereitungstreffen. Der Abbau der Sozialsysteme dürfe nicht hingenommen werden.

Vom 21. bis 24. Juli werde in Workshops und Seminaren über Probleme der Globalisierung, den Sozialstaat sowie über Umwelt- und Friedenspolitik diskutiert. An der Vorbereitung sind Vertreter von sozialen Initiativen, Organisationen, der Friedensbewegung und der Gewerkschaften beteiligt.

(Internet: www.sozialforum2005.de )

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epd, 10.01.05

Erstes bundesweites Sozialforum im Juli in Erfurt

Erfurt (epd). Für das erste bundesweite Sozialforum vom 21. bis 24. Juli in Erfurt haben die Organisatoren am Wochenende mit konkreten Vorbereitungen begonnen. Das Anliegen des Treffens (www.sozialforum2005.de ), Alternativen zum Sozialabbau und zur neoliberalen Wirtschaftspolitik aufzuzeigen, werde bereits von über 30 Initiativen unterstützt, sagte Hugo Braun von der globalisierungskritischen Bewegung "attac" am Montag vor Journalisten in Erfurt.

Zu den Vorträgen, Seminaren und Work-Shops unter dem Motto "Für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Natur" werden den Angaben zufolge rund 5.000 Teilnehmer erwartet. Thematische Schwerpunkte seien Arbeitswelt und Menschenwürde, Menschenrechte und Teilhabe der Bürger sowie "ein anderes Leben in einer lebenswerteren Welt", so Braun. Zudem sei auch ein intensiver Dialog mit Vertretern jüdischer Gemeinden und islamischer Gemeinschaften vorgesehen.

Jüngste Reformen wie Hartz IV oder die Gesundheitsreform kritisierte das "attac"-Leitungsmitglied als "bösartigen Angriff auf die Besitzstände der Bevölkerung in diesem Land". Der viertägige Kongress als "Höhepunkt der sozialen Bewegung in Deutschland" solle deshalb nachhaltig zu einer alternativen Politik zur Sicherung des Sozialstaates motivieren.

Die Vorbereitungen werden nach Angaben von Braun von einem Bündnis politischer, sozialer und Umweltgruppen sowie kirchlicher Initiativen getragen. Geplant ist unter anderem, auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover mit eigenen Veranstaltungen für das Erfurter Treffen zu werben.

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Junge Welt, 10.01.05

»Höhepunkt des sozialen Widerstands«
 
Sozialforum in Erfurt soll Neoliberalismus entgegenwirken. Keine Beteiligung von Parteien
 
Von Stefan Wogawa
 
Die Organisatoren des ersten Deutschen Sozialforums kamen am 8. und 9. Januar zu einem Vorbereitungstreffen in der Fachhochschule Erfurt zusammen. Das Sozialforum selbst, das bisher von fast 40 Organisationen unterstützt wird, soll vom 21. bis 24. Juli ebenfalls in der thüringischen Landeshauptstadt stattfinden. Als gemeinsame Basis gilt die Charta des Weltsozialforums von Porto Alegre. Die gegenwärtige politische Situation in Deutschland bewertete Horst Trapp von der IG Metall in einem Einführungsvortrag als durch massive neoliberale Angriffe auf die Bevölkerung gekennzeichnet. Sie seien Ergebnis einer
klaren Strategie, der es konsequent Widerstand entgegenzusetzen gelte.

Die Teilnehmer des Vorbereitungstreffens einigten sich auf eine Reihe von Schwerpunkten des Sozialforums, zu denen der Kampf gegen Sozialabbau, Globalisierungskritik, die Rolle Deutschlands in der Welt, Krieg und Frieden, Demokratie und Bürgerbeteiligung sowie Antifaschismus und Antirassismus gehören. Die einzelnen Veranstaltungen – Vorträge, Diskussionen, Konferenzen, Seminare und Konzerte –, sollen von den beteiligten Organisationen inhaltlich gefüllt werden. Über diese Programmstruktur hinaus werde es aber selbstverständlich auch offene Räume für vielfältige selbstorganisierte Projekte geben, so Hugo Braun, Mitglied im ATTAC-Koordinierungsrat und einer der Organisatoren des Sozialforums, gegenüber junge welt.

Intensiv wurde am Wochenende in Erfurt die Rolle von Parteien diskutiert. Man einigte sich, sie nicht als Mitveranstalter zuzulassen. Damit werde jedoch nicht auf eine Ausgrenzung gezielt, betonte Braun. »Wir wollen natürlich einen Dialog mit den Parteien, verzichten aber auf ihre direkte Beteiligung als Veranstalter.« Braun hat große Erwartungen an das Sozialforum: »Es wird ein Höhepunkt des sozialen Widerstandes!«

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epd, 3.1.05 (u.a. gedruckt in der taz)

Erstes bundesweites Sozialforum im Juli in Erfurt

Erfurt (epd). Das erste bundesweite Sozialforum soll vom 21. bis 24. Juli in Erfurt stattfinden. Das Treffen werde von Initiativen und Gruppen vorbereitet, "die eine andere soziale Welt für möglich halten", teilte der DGB als Mitveranstalter am Montag in Erfurt mit. Weitere Initiatoren sind Globalisierungskritiker von attac, Umweltorganisationen sowie Kirchengruppen und soziale Initiativen.

Mit der Tagung soll an ähnliche Veranstaltungen auf globaler und europäischer Ebene angeknüpft werden. Die Sozialforen verstehen sich als Prozess, der zu einer grenzübergreifenden alternativen Politik motivieren soll. Seit dem ersten internationalen Forum 2001 in Porto Alegre (Brasilien) fanden unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich!" weitere Treffen im indischen Mumbai sowie in Florenz und in Paris statt.

 

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